06 Aug

Wohin oder Wlan?

Hattest du schöne Ferien? Ich hoffe es. Auch wir waren ein paar Tage weg, in Italien am Meer. Das war wunderbar. Aber mir ist etwas aufgefallen. Da waren ganz viele Leute, die waren nicht in den Ferien, sondern einfach an einem anderen Ort als sonst im Internet.

Eigentlich schon noch krass, wieviel Zeit wir auf dieses kleine Gerät in unserem Hosensack starren, während um uns herum die besten Sachen passieren – und wir verpassen sie!

 

Ferien

Konzerte werden heute vor Ort via Screen konsumiert. Wie bescheuert ist das denn? Schon mal gemerkt, dass das überhaupt keinen Sinn macht? 1. bin ich so immer nur halbwegs dabei und 2. interessiert das Video, mit dem ich zeigen will, dass ich dabei war, niemanden. Oder schon mal rückwirkend länger als 3 Sekunden von einem Handy-Konzert-Video angeschaut. Eben!

Wir waren in Italien in einem Hotel mit eingeschränktem Wlan-Empfang. Das heisst, auf dem Vorplatz und rund um die Reception gabs Internet, sonst nicht. Das hat dazu geführt, dass sich abends alle draussen auf dem Platz versammelt haben und Mails gecheckt und ihr Facebookprofil mit schönen Ferienfotos aufgepeppt haben.

Ich denke, man hat sich dort draussen auch früher gerne getroffen. Allerdings hat man dann zusammen ein Bier getrunken und miteinander geredet.

Wieso ist es so unglaublich verlockend, im Internet zu surfen und im Gegenzug so anstrengend, miteinander von Angesicht zu Angesicht zu reden? Ich kenne die Antwort auch nicht. Aber mir ist etwas aufgefallen: Beim planlosen Rumsurfen habe ich oft das Gefühl, etwas noch Besseres zu finden. Das wird einem auch immer suggeriert. Aber in Tat und Wahrheit wird das Versprechen kaum je eingehalten.

Diese Ferien haben mir gezeigt, wie wichtig es ist, dass wir hin und wieder Offline-Zeiten einplanen – und einhalten. (Ich glaube, man nennt das Ferien.) Und diese frei gewordene Zeit schenke ich vollumfänglich meiner Familie.

PS: Auch ich muss mir immer wieder vorwerfen lassen, dass ich zuviel Zeit mit meinem Natel verbringe. Ich arbeite daran. Aber es ist eben sauschwer. Probier’s mal!