23 Jan

Erfahrungen einer Mutter im Dorfcafé

 

 

 

 

 

 

 

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Mittwochmorgen, 6 Uhr. Bevor alle aufwachen, nutze ich die Gelegenheit, meinen Kaffee in Ruhe zu trinken, obwohl ich nur vier Stunden geschlafen habe. Unser neuer Erdenbürger in der Familie Eberhard-Brogna, der kleine Michael, hat gerade fertig „gefrühstückt.“

Esperienze di mammaSechs Wochen nach seiner Geburt kann ich sagen, dass wir wieder etwas Fahrt aufgenommen haben, obwohl wir immer noch einige Schwierigkeiten bei der Organisation haben. Wie zum Beispiel heute Morgen: Elena, im Februar 4-jährig, weigert sich, ihre Socken anzuziehen und Michael hat just in jenem Moment wieder Hunger, wo wir das Haus verlassen wollen!

In einem Gemisch von Tränen, Beschwerden und allgemeinener Aufruhr erreichen wir die Spielgruppe mit 5 Minuten Verspätung.

 

Bleiben rund zwei Stunden, bis ich Elena wieder abholen darf. Daher gönne ich mir einen zweiten Kaffee (also eigentlich einen Tee, denn zuviel Kaffee bekommt mir bzw. Michaels Muttermilch nicht gut) im Dorfcafé unweit des Spielgruppenlokals.


Michael ist immer noch hungrig. Bleibt nichts anderes übrig, als ihn hier zu stillen. Ich sitze an einem Tisch in der Ecke des Raumes, versuche, mich so zu positionieren, dass meine Brust für andere Gäste kaum sichtbar ist. Zu diesem Zweck decke ich Michaels Kopf und meine Brust mit einem Tuch ab. Aber oha: Trotz allen getroffenen Vorkehrungen scheinen sich drei Personen mittleren Alters (um 40) am Tisch nebenan zu stören. Ihre Gesichter jedenfalls sprechen eine klare Sprache. Sie murmeln etwas – und wechseln dann den Tisch!  Gibts denn sowas? Ich bin sprachlos.

Glücklicherweise sind nicht alle so. Viele der Anwesenden nehmen mich und den weinenden Michael mit viel Herzlichkeit auf. In diesem Moment widme ich genau diesen Personen Michaels Lächeln und Elenas Lebensfreude.