16 Nov

Guckst du?

Wir haben zuhause keinen Fernseher. Das ist uns neulich wieder einmal aufgefallen, weil uns der Besuch auf das fehlende Objekt angesprochen hat.

Nicht, dass wir einen gemütlichen Fernsehabend verachteten. Den haben wir zwischendurch sogar! Dafür schliessen wir einfach das DVD-Gerät an den Beamer und schon steht unser privater Kinoabend auf dem Programm.

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Simon guckt in die Röhre. Nein, das ist nicht unser Beamer!

Es gibt mehrere Gründe, weshalb wir den Fernsehanschluss gekappt haben (Billag dafür bezahlen wir übrigens immer noch. Liest man die Bedingungen fürs Zahlen, so stellt man fest, dass ein Smartphone oder Laptop ausreicht, um gebührenpflichtig zu sein.) Einer der wichtigsten Gründe ist die mangelnde Zeit fürs Fernsehschauen. Seit der Geburt unseres zweiten Kindes ist die Zeit noch knapper geworden.

Der besagte Besuch konnte sich ein Leben ohne TV irgendwie nicht vorstellen. Konnte ich mir früher auch nicht. Am Montag zur Schule, ohne «Wetten, dass…» am Samstag gesehen zu haben? Unmöglich! Aber heute? Geht prima ohne. Ohne TV meine ich. Dass es ohne «Wetten, dass…» auch geht, haben die Verantwortlichen selber festgestellt;-)

Ja, fernsehen ist ideal, um nach der Arbeit einfach mal abzuschalten. Aber es ist eben auch eine grosse Zeitvernichtungsmaschine. Ausserdem starre ich täglich lange genug in irgendwelche Bildschirme. So sind mir bestimmt auch meine Augen für die TV-Abstinenz dankbar.

Wie ist das bei dir so? Auch schon darüber nachgedacht, den Fernseher zu verkaufen? Was würde dann passieren?

01 Nov

Akuter Terminkonflikt

Kinder sind ein Stressfaktor für eine Beziehung. Das habe ich in einem Heftli gelesen, das bei uns zuhause rumlag. Nun steht bei uns die Geburt unseres zweiten Kindes bevor. Grund genug also, gewisse Vorkehrungen zu treffen. Aber oha…

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Ich werde demnächst zum zweiten Mal Vater. Darauf freue ich mich sehr. Nach einer turbulenten Zeit rund um die Geburt des ersten Kindes haben wir uns vorgenommen, beim zweiten Kind ein paar Sachen anders zu machen. Und uns beispielsweise mehr Zeit für uns zu nehmen.

Nun fällt der Geburtstermin mit einem Konzert jenes Vereins zusammen, wo ich Präsident bin. Man merke: akuter Terminkonflikt! Zu so einem Konzert gehört die Begrüssung des Publikums und die Verdankung des Dirigenten, Moderators ect durch den Vereinspräsidenten dazu. Hab’ ich bis anhin immer zuverlässig gemacht. Aber dieses Jahr? Nope. Bin ich nicht da. Einfach nicht da. Und ich bin sicher, dass das ein anderes Vereinsmitglied mindestens genauso gut macht wie ich.

Das spannende an dieser Geschichte waren die Reaktionen auf meine Ankündigung, dass ich am Konzert fehlen werde. Da war die gesamte emotionale Palette dabei, die da reichte von «super, finde ich toll, dass du für deine Familie da bist» bis zu «das ist nicht gerade die feine Art».

Jaja, typisch Dorfverein, mag man jetzt leichtfertig denken. Aber dem setze ich entgegen, dass es anderswo genauso laufen würde.

Was zeigt mir dieses kleine Erlebnis? Über die Geburt eines Kindes freuen sich alle. Aber wenn die Geburt mit einem „Pflichttermin“ des Vaters zusammenfällt, hört der Spass auf. Und wenn es da schon schwierig wird, dann wird es später mit zwei Kindern, einer Paarbeziehung und einem Vereinspräsidium bestimmt nicht leichter…

06 Aug

Wohin oder Wlan?

Hattest du schöne Ferien? Ich hoffe es. Auch wir waren ein paar Tage weg, in Italien am Meer. Das war wunderbar. Aber mir ist etwas aufgefallen. Da waren ganz viele Leute, die waren nicht in den Ferien, sondern einfach an einem anderen Ort als sonst im Internet.

Eigentlich schon noch krass, wieviel Zeit wir auf dieses kleine Gerät in unserem Hosensack starren, während um uns herum die besten Sachen passieren – und wir verpassen sie!

 

Ferien

Konzerte werden heute vor Ort via Screen konsumiert. Wie bescheuert ist das denn? Schon mal gemerkt, dass das überhaupt keinen Sinn macht? 1. bin ich so immer nur halbwegs dabei und 2. interessiert das Video, mit dem ich zeigen will, dass ich dabei war, niemanden. Oder schon mal rückwirkend länger als 3 Sekunden von einem Handy-Konzert-Video angeschaut. Eben!

Wir waren in Italien in einem Hotel mit eingeschränktem Wlan-Empfang. Das heisst, auf dem Vorplatz und rund um die Reception gabs Internet, sonst nicht. Das hat dazu geführt, dass sich abends alle draussen auf dem Platz versammelt haben und Mails gecheckt und ihr Facebookprofil mit schönen Ferienfotos aufgepeppt haben.

Ich denke, man hat sich dort draussen auch früher gerne getroffen. Allerdings hat man dann zusammen ein Bier getrunken und miteinander geredet.

Wieso ist es so unglaublich verlockend, im Internet zu surfen und im Gegenzug so anstrengend, miteinander von Angesicht zu Angesicht zu reden? Ich kenne die Antwort auch nicht. Aber mir ist etwas aufgefallen: Beim planlosen Rumsurfen habe ich oft das Gefühl, etwas noch Besseres zu finden. Das wird einem auch immer suggeriert. Aber in Tat und Wahrheit wird das Versprechen kaum je eingehalten.

Diese Ferien haben mir gezeigt, wie wichtig es ist, dass wir hin und wieder Offline-Zeiten einplanen – und einhalten. (Ich glaube, man nennt das Ferien.) Und diese frei gewordene Zeit schenke ich vollumfänglich meiner Familie.

PS: Auch ich muss mir immer wieder vorwerfen lassen, dass ich zuviel Zeit mit meinem Natel verbringe. Ich arbeite daran. Aber es ist eben sauschwer. Probier’s mal!