01 Nov

Akuter Terminkonflikt

Kinder sind ein Stressfaktor für eine Beziehung. Das habe ich in einem Heftli gelesen, das bei uns zuhause rumlag. Nun steht bei uns die Geburt unseres zweiten Kindes bevor. Grund genug also, gewisse Vorkehrungen zu treffen. Aber oha…

 simon-im-herbst-2016

Ich werde demnächst zum zweiten Mal Vater. Darauf freue ich mich sehr. Nach einer turbulenten Zeit rund um die Geburt des ersten Kindes haben wir uns vorgenommen, beim zweiten Kind ein paar Sachen anders zu machen. Und uns beispielsweise mehr Zeit für uns zu nehmen.

Nun fällt der Geburtstermin mit einem Konzert jenes Vereins zusammen, wo ich Präsident bin. Man merke: akuter Terminkonflikt! Zu so einem Konzert gehört die Begrüssung des Publikums und die Verdankung des Dirigenten, Moderators ect durch den Vereinspräsidenten dazu. Hab’ ich bis anhin immer zuverlässig gemacht. Aber dieses Jahr? Nope. Bin ich nicht da. Einfach nicht da. Und ich bin sicher, dass das ein anderes Vereinsmitglied mindestens genauso gut macht wie ich.

Das spannende an dieser Geschichte waren die Reaktionen auf meine Ankündigung, dass ich am Konzert fehlen werde. Da war die gesamte emotionale Palette dabei, die da reichte von «super, finde ich toll, dass du für deine Familie da bist» bis zu «das ist nicht gerade die feine Art».

Jaja, typisch Dorfverein, mag man jetzt leichtfertig denken. Aber dem setze ich entgegen, dass es anderswo genauso laufen würde.

Was zeigt mir dieses kleine Erlebnis? Über die Geburt eines Kindes freuen sich alle. Aber wenn die Geburt mit einem „Pflichttermin“ des Vaters zusammenfällt, hört der Spass auf. Und wenn es da schon schwierig wird, dann wird es später mit zwei Kindern, einer Paarbeziehung und einem Vereinspräsidium bestimmt nicht leichter…